Final Four Bezirkspokal 2018/2019

Dramatik pur im Endspiel um den Bezirkspokal - 28.04.2019

 

Gastgeber VfL Kirchheim unterliegt in einem höchst dramatischen Finale des Final Four  dem TSV Denkendorf nach 7m-Werfen mit 41:42. TSV-Youngster Marc Weider behält beim entscheidenden Wurf seine Nerven. Platz drei sicherte sich das EK Bernhausen ebenfalls im 7m-Werfen mit 5:3 gegen den TSV Owen.


Nach ziemlich genau 120 Minuten verwandelt Marc Weider gegen VfL-Torhüter Kevin Hsu den entscheidenden 7m-Wurf, den insgesamt 30. in einem sehr spannenden Shoot-Out. Es benötigte 60 dramatische Minuten der regulären Spielzeit sowie drei Runden á fünf 7m-Würfe pro Team, um den neuen Bezirkpokalsieger in einer vollbesuchten Walter-Jacob-Halle zu ermitteln.


 Die Gastgeber legten gleich zu Beginn konzentriert los, gingen durch ihre beiden scheidenden Akteure Roman Keller und Peter Sadowski mit 2:0 in Front. Allerdings tat sich der VfL in der Folge schwer, dem Landesliga-Aufsteiger auf den Fersen zu bleiben. Der TSV Denkendorf übernahm die Kontrolle und zog, teilweise mit sehenswerten Treffern, dem VfL bis auf 10:6 davon. Zu hektisch, zu zerfahren agierte der VfL und beging somit auch zu viele Fehler, die der TSV eiskalt ausnutzte. Eine doppelte Unterzahl des VfL ab der 25. Minute lud den TSV regelrecht dazu ein, das Führungspolster weiter auszubauen. Aber der VfL wehrte sich nach Kräften und kam aus dieser heiklen Situation mit einem blauen Auge beim 9:14 davon. Bis zum Halbzeitpfiff ließen die Teckhandballer ihre Kontrahenten nicht weiter davonziehen. Roman Keller, wieder in Unterzahl, verkürzte zur Halbzeit mit seinem zweiten Treffer auf 12:16.


Der zweite Durchgang begann ähnlich hektisch, wie der Erste aufgehört hatte. Die Gäste hielten zunächst ihre Führung, ehe sich der VfL dann ab der 37. Minute Tor um Tor herankämpfte. Nach einem Kraftakt von Martin Rudolph waren die Teckhandballer beim 18:20 wieder auf Tuchfühlung. Dies zwang den TSV-Verantwortlichen Klaus Riehs (er vertrat Ralf Wagner) die grüne Karte zu zücken um seine Mannschaft zur Auszeit zu bitten ( 39.). Von nun an entwickelte sich ein super spannendes Finale. Die Gastegeber kämpften jetzt um jeden Zentimeter und stellten auf eine etwas offensivere Abwehrreihe um. Mit gewünschtem Effekt: Der VfL verzeichnete mehrere Ballgewinne, münzte diese jedoch nicht immer erfolgreich in Tore um. So dauerte es bis zur 48. Minute als Alexander Schwarzbauer mit seinem Treffer den langersehnten Ausgleich zum 23:23 erzielte. Jetzt kochte auch die Stimmung in der Walter-Jacob Halle, in der beide Teams nach Kräften von ihren Trommlern unterstützt wurden. Es entwickelte sich jetzt ein offener Schlagabtasuch, in dem der TSV Denkendorf auch in Unterzahl in der Lage war ,dem VfL jedesmal ein Tor vorzulegen.  In der 55. Minute bat dann VfL-Coach Eisenbeil seine Mannen zur einminütigen Besprechung. In Überzahl erzielte Roman Keller das 27:27. Im Anschluss entschärfte Kevin Hsu einen Wurf des TSV und die Chance für den VfL zur Führung war da: Doch ein technischer Fehler machte dies zum Leidwesen des VfL-Anhangs zunichte. Ähnliches spielte sich zwei Miunten vor Schluss ab: Nach dem 28:28 per Strafwurf durch Robin Habermeier vereitelt Kevin Hsu abermals einen Wurf des TSV, wieder agiert der VfL zu überhastet und verliert den Ball. Im Gegenzug legte dann Leon Lohmann wieder zum 30.29 zu Gunsten des TSV vor. Dem VfL blieben noch 48 Sekunden auf der Uhr, um den Ausgelich zu erzielen. Der VfL spielte den Angriff so weit es ging aus und Robin Habermeier tankte sich zwischen der TSV-Abwehr hindurch und erzielte den viel umjubelten 30.30-Aushgleich. In den letzten verbleibenden 12 Sekunden konnte sich der TSV dann keine Torchance mehr erarbeiten und so endete die regüläre Spielzeit nach 60 unglaublich intensiven Miunten mit 30:30.


Auch das 7m-Werfen sollten dann beide Teams richtig auskosten. Im ersten Durchgang mit je fünf Schützen behielten jeweils zwei Mal die Torhüter die Oberhand. Nach 3:3 ging auch das Shoot-Out in die Verlängerung. Im zweiten Durchgang behielten alle Schützen ihre Nerven - 5:5. In der folgenden Runde sollte dann die Entscheidung fallen. Auf Seiten des VfL scheiterten Mikolaj und Keller, beim TSV zeigte Benjamin Secker Nerven. TSV-Youngster Marc Weider beendete dann nach zwei Stunden die Nervenschlacht und netzte zum 4:3 (42:41) ein.


Im ersten Halbfinale setzte sich der spätere Cupgewinner TSV Denkendorf mit 23:16 (12:9) gegen den TSV Owen durch. Lediglich beim 0:1 sah sich der TSV Owen in Führung, der aber eine respektable Leistung zeigte. Doch je länger die Partie dauerte, desto besser hatte Denkendorf die Partie im Griff und zog souverän ins Finale ein. Im zweiten Halbfinale benötigte der VfL Kirchheim gegen das EK Bernhausen einen kleinen Kraftakt. In der 40-minütigen Partie wachte der VfL erst ab der 28. Minute so richtig auf und drehte einen 10:14 Rückstand noch in ein 23:18-Sieg. Hier setzte erstmals VfL-Neuzugang Benjamin Sott Akzente im Rückraum und erzielte seine ersten drei Treffer im VfL-Dress.


VfL Kirchheim: Hsu, Oßwald, L. Hamann, Habermeier (10/5), Sott (2), T. Hamann, Merkle (5/3), Mikolaj (4/1), Schwarzbauer (4), Keller (8/2), Real, Sadowski (1), Rudolph (7/3)
TSV Denkendorf: Riehs (4), Hochholdinger (3), Dobler, Secker (1/1), Wieder (4/3), Fröschle (8/3), Taxis (11/8), Lohmann (4), M. Müller (2), Wiesmann (4/3), Belser, S. Müller, Novak, Piskureck (1)

Der letzte Akt verspricht Spannung (Quelle: Der Teckbote, Bernd Köble. Foto: G. Silviani)

Der VfL trifft im Final Four des Bezirkspokals morgen als Gastgeber auf Bernhausen. Der TSV Owen bekommt es mit Meister Denkendorf zu tun.


Am vergangenen Samstag waren sie mit einem Stand in der Fußgängerzone, um die Werbetrommel fürs Cup-Wochenende zu rühren. Schon lange laufen die Vorbereitungen für das Final Four im Bezirkspokal, zu dem Kirchheims Handballer - wenn‘s gut läuft - morgen Nachmittag 600 Zuschauer empfangen werden. Ganz nebenbei beschert der VfL seit Mittwoch im Handball-Ostercamp knapp hundert Kindern eine kurzweilige Ferienwoche. Wenn morgen um 16 Uhr der Pokal-Kehraus mit dem ersten Halbfinale beginnt - das Endspiel ist um 19 Uhr geplant - steuert eine turbulente Woche für den VfL auf ihren Höhepunkt zu. Ein Handballfest, das neben jeder Menge Arbeit für die Helfer auch viel sportlichen Reiz verspricht. Zwar gilt der Gastgeber und Landesliga-Siebte formal als Favorit, doch die Gegner lassen eines ganz sicher nicht erwarten: Langeweile. Hohes Tempo und viel Spielwitz, damit begeisterte in der abgelaufenen Saison vor allem der TSV Denkendorf mit seinem jungen Team. Der Landesliga-Aufsteiger und frisch gekürte Bezirksligameister ist im Erfolgsrausch, hat zudem schon Übung im Feiern und mit Ralf Wagner einen Trainer, der jahrelang in Kirchheim auf der Bank saß und den größten Teil der Gastgeber-Mannschaft in- und auswendig kennt. Treffen könnten sich beide allerdings erst im Endspiel. Die Denkendorfer bekommen es im ersten Halbfinale ab 16 Uhr mit dem TSV Owen zu tun. Der VfL trifft um 17.15 Uhr auf das Eichenkreuz-Team aus Bernhausen, das seit zwei Jahren nach Meinung vieler Experten den technisch vielleicht schönsten Handball in der Bezirksliga in die Hallen bringt und dafür zuletzt mit Platz drei belohnt wurde.


Zwei Lokalrivalen, zwei der dominierenden Teams der Bezirksliga und eine Stadtverwaltung, die morgen zwei Augen zudrückt: Die Walter-Jacob-Halle wird zum ersten Mal seit Langem keine harzfreie Zone sein. Das generelle Haftmittel-Verbot in städtischen Spielstätten war in den vergangenen Jahren bereits mehrfach der Grund, weshalb der VfL mit seiner Pokal-Bewerbung scheiterte. Diesmal also zeigt sich die Stadt gnädig und erfüllt damit eine Bedingung des Bezirks. VfL-Abteilungschef Uwe Haman verspricht: „Den Dreck, den wir hinterlassen, den machen wir auch wieder weg.“ Nach dem Wochenende weg sind auch andere: Owens Trainer Marius Dotschkal wird zum letzten Mal bei den Gelben auf der Bank sitzen. Beim VfL verabschieden sich mit Kapitän Roman Keller, Peter Sadowski und Torhüter Oliver Latzel gleich drei Stammkräfte in den handballerischen Ruhestand. Latzels Abschied nimmt ihm keiner übel, auch wenn ein Blick auf die Torwand, auf die die Besucher morgen ballern können, anderes vermuten ließe: Darauf wird ein Foto des Keepers in Originalgröße kleben. Zufall, schwört Uwe Hamann. „Es war einfach das, mit der besten Auflösung.“